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Wissenschaftliche Aufarbeitung

5. Februar 2015

Die Arbeit der Stiftung wird von einem Forschungsprojekt begleitet. Die Forschungsgruppe besteht aus vier Teams und ist fachübergreifend organisiert. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen aus dem Bereich der Medizingeschichte, der Medizinethik, der Geschichte, der Ethik und Pädagogik. Sie verfügen über sehr gute Erfahrungen im Bereich der historischen Aufarbeitung von Institutionen.

Die Forschungsgruppe untersucht die Unterbringungssituation von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie in der BRD (1949 - 1975) und der DDR (1949 - 1990).

Ziel ist es, die Leid- und Unrechtserfahrungen intensiv zu beleuchten und zu erfassen sowie Art und Umfang der Geschehnisse nachvollziehbar zu machen. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Bewältigung und Aufarbeitung des Erlebten auch in der Gesellschaft geleistet; das erlebte Leid und Unrecht wird öffentlich sichtbar. Die Missstände der Vergangenheit sollen nicht nur aufgedeckt, sondern auch Lehren für die Zukunft gezogen werden.

Das Team zur wissenschaftlichen Aufarbeitung besteht aus:

Logo der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Prof. Dr. Heiner Fangerau
Dr. Nils Löffelbein
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Logo Charité - Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin.

Prof. Dr. Volker Hess
Laura Hottenrott
Charité Berlin

Logo Universität Heidelberg - Zukunft seit 1386.

Prof. Dr. Maike Rotzoll
Dr. Christof Beyer
Universität Heidelberg

Logo der ehb - Evangelische Hochshcule Berlin.

Prof. Dr. Karsten Laudien
Anke Dreier-Horning
DIH - Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung gGmbH - Evangelische Hochschule Berlin

Projektzeitraum: 2018 - 2020

Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung

Am 13. Mai 2019 wurden die ersten Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung öffentlich vorgestellt. Prof. Dr. Heiner Fangerau erläuterte das wissenschaftliche Vorgehen der Forschungsgruppe und berichtete davon, welche Form von Missachtung, Zwang, Gewalt und Demütigungen Kinder erleben mussten, wenn sie zwischen 1945 und 1990 in deutschen Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Kinderpsychiatrie untergebracht gewesen waren.

Mitwirkung an der Aufarbeitung:

Die Forschungsgruppe hat ein Zeitzeugenportal eingerichtet, das sich an Zeitzeugen wendet, die Aussagen über die Situation der Unterbringung in den Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrien für Minderjährige der BRD (1949 - 1975) und der DDR (1949 - 1990) tätigen können.

Zeitzeugen sind die Betroffenen selbst, ihre Eltern und andere Angehörige, das technische, medizinische und pädagogische Personal der Einrichtungen, Besucher und Praktikanten, Forscher, Ärzte und Jugendamtsmitarbeiter.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten Sie ausdrücklich dazu ermutigen, Ihre Erinnerungen in die Forschungsarbeit mit einfließen zu lassen und sind dankbar für jede Zuschrift.