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Was sind die wichtigsten Informationen für Betroffene?

21. Februar 2017

Was ist die Stiftung Anerkennung und Hilfe?

In einer Stiftung arbeiten Organisationen zusammen.
Zum Beispiel Bundes-Ministerien und Vereine.
Sie unterstützen zusammen einen bestimmten Zweck.

In manchen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
oder Psychiatrien sind früher Kinder
und Jugendliche schlecht behandelt worden.
Zum Beispiel:

  • Man hat sie geschlagen.
  • Man hat sie sexuell missbraucht.
  • Sie haben keine Schul-Bildung bekommen.
  • Sie haben keine Berufs-Ausbildung bekommen.
  • Man hat sich nicht um ihre Gesundheit gekümmert.
  • Sie haben für ihre Arbeit sehr wenig Geld bekommen.
  • Für ihre Arbeit wurde nicht in die Renten-Kasse eingezahlt.

Viele von diesen Menschen leiden noch heute an den Folgen.
Die Folgen sind oft das ganze Leben lang da.
Zum Beispiel:

  • Diese Menschen haben körperliche Schäden.
  • Sie haben Schlaf-Störungen.
  • Sie haben Depressionen.
  • Sie empfinden Hass und Wut.
  • Sie haben keine Schul-Bildung
    oder nur eine geringe Schul-Bildung.
  • Sie müssen oft schon früh in Rente gehen.
    Und sie bekommen oft weniger Rente,
    als normal.
    Das ist so,
    weil für sie in den Einrichtungen
    oft nicht in die Renten-Kasse eingezahlt wurde.

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe
unterstützt diese Menschen.

In manchen Einrichtungen sind früher Kinder
und Jugendliche schlecht behandelt worden.
Zu den Einrichtungen gehören zum Beispiel
Wohnheime für Menschen mit Behinderung oder Psychiatrien.
Die Stiftung hilft Menschen,
die noch an den Folgen leiden.
Und sie ist nur für Menschen,
die zu einer bestimmten Zeit in diesen Einrichtungen waren:

Die Infografik zeigt, welche Personen sich für eine Unterstützung anmelden können.

Die Bundes-Regierung, die Bundes-Länder und die Kirchen
wollen diese Menschen unterstützen.
Dafür haben sie die Stiftung Anerkennung und Hilfe gegründet.
Diese Stiftung soll öffentlich machen,
dass viele Menschen damals schlecht behandelt wurden.
Zum Beispiel durch die Internetseite
www.stiftung-anerkennung-hilfe.de.
Und die Stiftung soll ihnen helfen.
Deshalb können die Menschen
eine Unterstützung mit Geld bekommen.

Achtung:
Wer kann Unterstützung bekommen?
Personen, die als Kinder oder Jugendliche
in einer solchen Einrichtung waren.
Das heißt,
bis sie volljährig geworden sind.

Wer kann eine Unterstützung zur Rente bekommen?

Personen, die als Jugendliche
in einer Einrichtung gearbeitet haben.
Oder Personen, die als Jugendliche
für eine Einrichtung gearbeitet haben.
Das heißt:
Wenn sie dort gearbeitet haben,
bis sie volljährig geworden sind.

Für eine Einrichtung arbeiten heißt:
Die Einrichtung hat die Personen
zu anderen Einrichtungen oder Betrieben zum Arbeiten geschickt.

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe
gibt es in dem Zeitraum von 2017 bis 2021.
Bis zum Ende vom Jahr 2019 muss man sich anmelden.
Danach kann man sich nicht mehr anmelden.
In der Zeit von 2020 bis 2021
werden aber weiterhin alle Anmeldungen geprüft.
Und das Geld wird an die betroffenen Personen ausgezahlt.

Welche Aufgaben hat die Stiftung?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen,
was in diesen Einrichtungen passiert ist.
Die Stiftung möchte öffentlich machen,
dass viele Kinder und Jugendliche in solchen Einrichtungen
schlecht behandelt worden sind.

Die Ergebnisse von den Untersuchungen werden veröffentlicht.
Man kann die Ergebnisse auf dieser Internetseite
ab der Mitte vom Jahr 2018 anschauen.

Die Stiftung bietet Beratungs-Stellen an.
In den Beratungs-Stellen unterstützen
Beraterinnen und Berater die betroffenen Personen.
Sie können mit den Beraterinnen und Beratern
über die Erlebnisse sprechen.
Die Beraterinnen und Berater helfen ihnen auch,
wenn sie sich bei der Stiftung anmelden möchten.
In jedem Bundes-Land gibt es
ab spätestens April 2017 eine Beratungs-Stelle.
In großen Bundes-Ländern gibt es 2 Beratungs-Stellen.

Außerdem gibt es das Info-Telefon.
Dort können betroffene Personen anrufen,
wenn sie Fragen haben.
Die Telefon-Nummer ist: 0800 22 12 21 8.
Der Anruf ist kostenlos.
Sie können das Info-Telefon von Montag bis Donnerstag
zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr anrufen.

Die E-Mail-Adresse für Gehörlose ist:
info.gehoerlos@bmas.bund.de.

Das Gebärden-Telefon hat die Adresse:
gebaerdentelefon@sip.bmas.buergerservice-bund.de.
Das Gebärden-Telefon erreicht man
über das Internet.
Dafür braucht man aber ein spezielles Programm.
Dieses Programm kann man sich
auf den Computer herunterladen.
Und dann kann man
mit dem Gebärden-Telefon Kontakt aufnehmen.

Welche Unterstützung
können betroffene Personen bekommen?

Wenn betroffene Personen sich bei der Stiftung angemeldet haben,
können sie Geld zur Unterstützung bekommen.
Eine betroffene Person kann einmal 9.000 Euro bekommen.

Icon 9.000 Euro.

Mit dem Geld möchte man den Personen helfen.
Und man möchte mit dem Geld
das Leben von den betroffenen Personen leichter machen.

Was bekommen Personen,
für die nicht in die Renten-Kasse einbezahlt wurde?

Wenn eine Person bis zu 2 Jahre in einer Einrichtung gearbeitet hat,
dann bekommt sie einmal 3.000 Euro.

Icon 3.000 Euro.

Wenn eine Person mehr als 2 Jahre in einer Einrichtung gearbeitet hat,
dann bekommt sie einmal 5.000 Euro.

Icon 5.000 Euro.

Welche Einrichtungen sind gemeint?

Früher war es nicht klar geregelt,
wie Kinder und Jugendliche
in solchen Einrichtungen untergebracht werden.
Diese Einrichtungen hatten viele verschiedene Namen.
Zum Beispiel Anstalten.

Deshalb ist es wichtig,
dass die betroffenen Personen
ein Beratungs-Gespräch mit der Beratungs-Stelle ausmachen.
Die Beratungs-Stelle kann den Personen dann sagen,
welche Einrichtungen gemeint sind.
Und, ob sie Unterstützung bekommen.

Grundsätzlich bekommen Personen Unterstützung,
wenn sie in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung
oder ähnlichen Einrichtungen waren.
Es müssen Einrichtungen gewesen sein,
in denen Personen am Tag und in der Nacht waren.
Die Personen müssen in den Einrichtungen gewohnt haben.
Und sie müssen dort auch ihre Freizeit verbracht haben.

Im Bereich der Psychiatrie bekommen Personen Unterstützung,
wenn sie in psychiatrischen Krankenhäusern waren.
Und wenn sie für längere Zeit in Psychiatrien waren,
die sie nicht ohne die Erlaubnis
der Leitung verlassen durften.

Anmeldung Schritt für Schritt

  1. Die betroffenen Personen müssen Kontakt
    zu einer Beratungs-Stelle aufnehmen.
    In jedem Bundes-Land gibt es eine oder 2 Beratungs-Stellen.
    Dann können sie einen Termin ausmachen.
    Die Beratungs-Stellen gibt es ab spätestens April 2017
    in jedem Bundes-Land.

  2. Im Beratungs-Gespräch können die Personen
    mit den Beraterinnen und Beratern über die Erlebnisse sprechen.

    Icon Beratungsgespräch.
  3. Die betroffenen Personen müssen sich anmelden.
    Sie können sich
    bis zum 31. Dezember 2019 anmelden.
    Dabei können sie Unterstützung bekommen von:

    • - den Beraterinnen und Beratern,
    • - einer Vertrauens-Person
    • - oder von ihren Betreuerinnen oder von ihren Betreuern.
    Icon eines Stifts.
  4. Die Stiftung prüft die Anmeldung.

    Icon eines Check-Hakens.
  5. Zum Schluss bekommen die Personen einen Brief.
    In dem Brief steht,
    ob die Personen Unterstützung bekommen.
    Wenn sie Unterstützung bekommen,
    wird das Geld auf ihr Konto überwiesen.
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capito Bodensee hat diesen Text
in leicht verständlicher Sprache geschrieben.
Stand: 17. Februar 2017

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