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Staatssekretärin Langner: Beirat zur Stiftung Anerkennung und Hilfe gegründet – wertvoller Beitrag zur Hilfe für Betroffene und zur Aufarbeitung

6. April 2017

KIEL. Am 6.4. tritt der Regionale Fachbeirat der Stiftung Anerkennung und Hilfe zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Beteiligt sind auf Einladung von Staatssekretärin Anette Langner unter anderem ehemalige Betroffene, Vertreterinnen/Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der Politik, der Wissenschaft sowie die schleswig-holsteinischen Mitarbeiterinnen der Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung.

Mit der Stiftung Anerkennung und Hilfe haben Länder, Bund und Kirchen ein Hilfesystem für Menschen geschaffen, die als Kinder oder Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe bzw. der Psychiatrie in der Zeit von 1949 bis 1975 (BRD) bzw. von 1949 bis 1990 (DDR) Leid und Unrecht erfahren haben. Neben unterstützenden personenbezogenen Geldleistungen wird sich die Stiftung mit der öffentlichen Anerkennung und Aufarbeitung der damaligen Ereignisse befassen. In Schleswig-Holstein ist nach Eröffnung durch Ministerin Kristin Alheit seit Ende März die neue Anlauf- und Beratungsstelle im Landesamt für soziale Dienste in Neumünster eingerichtet, an die sich in Schleswig-Holstein lebende Betroffene wenden können.

Staatssekretärin Langner, die Vorsitzende des Beirates ist, betont:

Gemeinsames Ziel des Beirates ist es, neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung die Arbeit in der Anlauf- und Beratungsstelle zu unterstützen. Im Fokus stehen dabei die unbürokratische Hilfe und Unterstützung von Betroffenen. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern des Beirats, die sich dieser Aufgabe mit ihrem ehrenamtlichen Engagement stellen!

Der regionale Beirat soll in Fragen der fachlichen Ausrichtung der Beratungs- und Unterstützungsarbeit für die Betroffenen helfen, Anregungen geben und bei der Entscheidungspraxis mitwirken, auch durch die Beratung und Bewertung von anonymisiert vorgelegten Einzelfällen. Der Beirat soll außerdem Vorschläge zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse erarbeiten und prüfen, ob gegebenenfalls ein Ort der Begegnung geschaffen werden kann. Gerade für Betroffene ist die öffentliche Aufarbeitung und Anerkennung ein wichtiger Aspekt, den wir gemeinsam voran bringen wollen, so Langner.

Die Treffen des Beirates werden mindestens zwei Mal jährlich stattfinden. Die erste Sitzung wird vor allem dazu dienen, Zielsetzungen und Themen für die Beiratsarbeit zu erörtern. Dabei sollen beispielsweise auch Themen wie die Aufarbeitung von Medizinversuchen in Schleswig-Holstein angesprochen werden.

Beiratsmitglieder sind:

  • 3 ehemalige Betroffene
  • Inke Asmussen, Helios Fachklinik Schleswig GmbH
  • Beate Bäumer, Katholisches Büro Schleswig-Holstein
  • Antje Christiansen, Anlauf- und Beratungsstelle (beratendes Mitglied)
  • Prof. Dr. Dr. Lioba Baving, UKSH
  • Prof. Dr. med. Alena Buyx, UKSH, Geschäftsbereich Medizinethik
  • Wolfgang Dudda, Mitglied des Landtages und stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses (funktionsgebunden an stellv. Vorsitz)
  • Peter Eichstädt, Mitglied des Landtages und Vorsitzender des Sozialausschusses (funktionsgebunden an Vorsitz)
  • Landespastor Heiko Naß, Diakonisches Werk SH
  • Petra Thobaben, Expertin und ehemalige Landespastorin
  • Britta Tölch, Anlauf- und Beratungsstelle (beratendes Mitglied)
  • Vorsitzende Anette Langner, Sozialstaatssekretärin (funktionsgebunden an Staatssekretärin)
  • Günther Jesumann, Experte Medien / Medienethik

Wo können Betroffene in Schleswig-Holstein Kontakt aufnehmen?

Anlauf und Beratungsstelle Stiftung Anerkennung und Hilfe
Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein
Steinmetzstraße 1-11, 24534 Neumünster

Telefon:

Sprechzeiten: Montag – Donnerstag 9.00 – 16.00 Uhr, Freitag 9.00 – 12.00 Uhr

Fragen und Antworten unter: www.schleswig-holstein.de, Suchwort "StiftungAnerkennungUndHilfe"

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