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Stiftung Anerkennung und Hilfe zahlt in Thüringen erste Leistungen aus

20. November 2017

Heike Werner (DIE LINKE), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Freistaats Thüringen
Heike Werner (DIE LINKE), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Freistaats Thüringen Quelle:  Delf Zeh

ERFURT. Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat über die erstmalige Gewährung von Leistungen an Betroffene informiert, die sich in Thüringen bei der Stiftung Anerkennung und Hilfe gemeldet hatten.

Sozialministerin Heike Werner sagte:

Das geschehene Unrecht kann damit nicht wiedergutgemacht werden. Den Betroffenen wurde aber zumindest nach Jahrzehnten die langersehnte Anerkennung ihrer leidvollen Erfahrungen in Behindertenheimen der DDR zuteil. Ich hoffe, dass noch viele Betroffene die Angebote der Stiftung wahrnehmen."

Erstmals wurden nun an vier Betroffene Leistungen ausgezahlt, die sich in Thüringen bei der Stiftung gemeldet hatten. Die Begünstigten – eine Frau und drei Männer – erhielten eine Geldpauschale in Höhe von 9.000 Euro, drei davon zudem eine Rentenersatzleistung von 3.000 oder 5.000 Euro. Dem ging ein umfassendes Beratungsgespräch voraus, in dem sie ihre Erlebnisse schildern und zusammen mit dem Beratungspersonal der Anlauf- und Beratungsstelle aufarbeiten konnten. Diese Möglichkeit wurde dankbar angenommen.

Laut Werner werden weitere Auszahlungen folgen.

Neben den genannten wurden bereits sieben weitere Fälle bearbeitet. Die Betroffenen können in den nächsten Wochen mit der Überweisung des Geldes durch die Geschäftsstelle der Stiftung rechnen. Seitdem die Anlauf- und Beratungsstelle in Thüringen am 1. September 2017 ihre Arbeit aufgenommen hat, sind überdies noch dreißig neue Anmeldungen eingegangen, die – zusätzlich zu den bereits vorhandenen – im Laufe der nächsten Monate bearbeitet werden",

sagte Heike Werner.

Betroffene mit Wohnsitz in Thüringen können sich bis zum 31. Dezember 2019 an folgende Adresse wenden:

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe
Werner-Seelenbinder-Straße 6
99096 Erfurt

Tel.: 0361 / 573811-260
Fax: 0361 / 573811-820
StiftungAH@tmasgff.thueringen.de

Telefonsprechzeiten:
Dienstag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Donnerstag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Hintergrund:
Die Stiftung Anerkennung und Hilfe richtet sich an Menschen, die als Kinder oder Jugendliche zwischen 1949 und 1975 in der Bundesrepublik Deutschland oder zwischen 1949 bis 1990 in der Deutschen Demokratischen Republik in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrien untergebracht waren, dort Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch Folgewirkungen ausgesetzt sind. Sie wurde gemeinsam von Bund, Ländern, evangelischer und katholischer Kirche gegründet. Für die Anmeldungen wurden deutschlandweit Anlauf- und Beratungsstellen eingerichtet.

Thüringen hatte sich im Vorjahr bei den Verhandlungen im Rahmen der Arbeits- und Sozialministerkonferenz unter Vorsitz von Sozialministerin Heike Werner für die Errichtung der Stiftung stark gemacht. Die Unterzeichnung der zugrundeliegenden Verwaltungsvereinbarung am 1. Dezember 2016 ist entscheidend dem Engagement des Freistaates zu verdanken. Thüringen ist mit rund 8 Millionen Euro an der Stiftung beteiligt.

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