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Zeitzeugenportal der Stiftung Anerkennung und Hilfe gestartet

14. August 2018

Über das Zeitzeugenportal der Stiftung Anerkennung und Hilfe können sich Personen, die Angaben über die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in den stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie (1949-1990) machen können, an der wissenschaftlichen Aufarbeitung beteiligen.

Eine wesentliche Anerkennungs- und Unterstützungsleistung der Stiftung Anerkennung und Hilfe ist die wissenschaftliche Aufarbeitung des in den Jahren 1949 bis 1975 (in der Bundesrepublik Deutschland) bzw. bis 1990 (in der DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe bzw. der Psychiatrie erlittenen Leids und geschehenen Unrechts. Ziel ist es, die Leid- und Unrechtserfahrungen zu erfassen sowie Art und Umfang der Geschehnisse nachvollziehbar zu machen. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Bewältigung und Aufarbeitung des Erlebten auch in der Gesellschaft geleistet; das erlebte Leid und Unrecht wird öffentlich sichtbar.

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe hat eine Forschergruppe von Wissenschaftlern der Universitäten/ Hochschulen Düsseldorf, Heidelberg und Berlin sowie der Charité Berlin mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung beauftragt. Die Wissenschaftler nutzen für Ihre Untersuchung neben anderen Quellen auch ein sogenanntes Zeitzeugenportal. Zeitzeugen sind Betroffene, Eltern, Angehörige, technisches, medizinisches und pädagogisches Personal der Einrichtungen, Besucher, Praktikanten, Forscher, Ärzte und Behördenmitarbeiter.

Die Angaben der Zeitzeugen werden von den Wissenschaftlern genutzt, um Hinweise zu Lebensumständen und Bedingungen in den Einrichtungen zu erhalten, denen genauer nachgegangen werden kann. Außerdem können die Zeitzeugen Eindrücke vermitteln, die bei der Erfassung des Gesamtbildes eine wichtige Rolle spielen.

Die Nennung des Namens ist freiwillig, denn das Zeitzeugenportal kann auch anonym ausgefüllt werden. Bis spätestens Juli 2019 ist es möglich, unter www.umfrageonline.com/zeitzeugenportal persönliche Eindrücke zu übermitteln. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung sollen im Dezember 2020 vorliegen und 2021 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Mehr Informationen zum Zeitzeugenportal gibt es auf der Seite www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de/zeitzeugenportal.