Fragen und Antworten

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Stiftung auf einen Blick.

  • Die Stiftung wurde von Bund, Ländern und Kirchen sowie deren Wohlfahrtsverbänden errichtet (Errichter). Sie hat einen Lenkungsausschuss, einen überregionalen Fachbeirat, eine Geschäftsstelle und regionale Anlauf- und Beratungsstellen.

    Die Geschäftsstelle der Stiftung ist an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales angegliedert. Ansprechpartner für Betroffene und deren Vertretung sind die Anlauf- und Beratungsstellen, die von den Ländern eingerichtet sind. Eine Anlauf- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier.

  • Die Stiftung Anerkennung und Hilfe unterstützt mit folgenden Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen:

    • Anerkennung durch wissenschaftliche Aufarbeitung der Leids- und Unrechtserfahrungen,
    • Öffentliche Anerkennung des erfahrenen Leids und Unrechts und individuelle Anerkennung durch ein persönliches Gespräch in den Anlauf- und Beratungsstellen,
    • Unterstützung durch finanzielle Hilfen.

    Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite "Wie unterstützt die Stiftung?"

  • Für Personen, die eine materielle Hilfe aus den Fonds "Heimerziehung West" und "Heimerziehung in der DDR" oder aus dem Ergänzenden Hilfesystem, d. h. dem Fonds "Sexueller Missbrauch im familiären Bereich" (FSM) oder dem "EHS - institutioneller Bereich", erhalten haben, ist die materielle Hilfe dieser Hilfesysteme abschließend. Sie können darüber hinaus keine Geldpauschale der Stiftung Anerkennung und Hilfe erhalten.

    Eine Rentenersatzleistung der Fonds "Heimerziehung" für Zeiträume der Unterbringung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe kann bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Rentenersatzleistung der Stiftung Anerkennung und Hilfe aufgestockt werden (sofern der Maximalbetrag von 3.000 Euro für Arbeit bis zu 2 Jahren bzw. von 5.000 Euro für Arbeit von mehr als 2 Jahren noch nicht erreicht ist).

    Für Personen, die eine Rentenersatzleistung aus den Fonds "Heimerziehung" erhalten haben, die höher als die Rentenersatzleistung der Stiftung (Maximalbetrag von 3.000 Euro für Arbeit bis zu 2 Jahren bzw. von 5.000 Euro für Arbeit von mehr als 2 Jahren) ist, ist diese Rentenersatzleistung abschließend. Sie können darüber hinaus keine Rentenersatzleistung der Stiftung Anerkennung und Hilfe erhalten.

  • Die Stiftung Anerkennung und Hilfe unterstützt Menschen, die in der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 oder in der DDR vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie untergebracht waren und dort Leid und Unrecht erfahren haben.

  • Stationäre Einrichtungen der Behindertenhilfe sind grundsätzlich nichtklinische Einrichtungen zur Betreuung, Förderung oder Pflege von Menschen mit Behinderungen, in denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner in der Regel tagsüber und nachts aufhielten und die alle Lebensbereiche (Wohnen, Arbeit, Freizeit) umfassten.

    Eine kurze vorübergehende Abwesenheit z. B. am Wochenende in der Familie, führt nicht dazu, dass Leistungen aus der Stiftung ausgeschlossen sind.

    Stationäre Einrichtungen der Psychiatrie sind psychiatrische Krankenhäuser zur stationären Behandlung psychisch kranker Menschen in offenen oder geschlossenen Stationen, in denen sich die Patientinnen und Patienten grundsätzlich tagsüber und nachts aufhielten und die sie ohne Einwilligung der Leitung nicht verlassen konnten.

    Beide Einrichtungsarten können sowohl öffentliche und kirchliche als auch freie oder private Träger gehabt haben.

  • Erfahrungen von Leid und Unrecht sind individuell geprägt.

    Das Erlebte kann z. B. in Zusammenhang stehen mit körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt, mit dem Ausschluss von Schul- und Ausbildung, mit mangelnder gesundheitlicher Versorgung und Ernährung, oder mit erbrachter Arbeitsleistung ohne Lohn bzw. ohne Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen.

    Näheres erfahren Sie auf der Seite "Wer kann sich anmelden?".

  • Nein. Die finanziellen Hilfen der Stiftung (einmalige Geldpauschale und die Rentenersatzleistung) werden weder als Einkommen noch als Vermögen auf Sozialleistungen nach dem Zweiten und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB II, SGB XII) angerechnet, da dies eine unbillige Härte darstellen würde.

    Die finanziellen Hilfen sind außerdem unpfändbar und einkommensteuerfrei.

    Weitere Informationen erteilen die Anlauf- und Beratungsstellen und können Sie dem Informationsblatt zu den Leistungen der Stiftung Anerkennung und Hilfe  [PDF, 367KB] entnehmen.

  • Nein. Der Erhalt von finanziellen Hilfen der Stiftung (einmalige Geldpauschale und die Rentenersatzleistung) bewirkt keine Änderung der Betreuervergütung.

    Die Leistungen der Stiftung gehören nicht zum Einkommen oder Vermögen, das eine Betreute/ein Betreuter zur Betreuervergütung einsetzen müsste, da dies eine unbillige Härte darstellen würde.

  • Ja. Menschen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen ihre zuständige Anlauf- und Beratungsstelle nicht selbst aufsuchen können, sollen die Möglichkeit haben, die Geschehnisse der Vergangenheit mit Beraterinnen und Beratern der Anlauf- und Beratungsstelle besprechen zu können. Deshalb ist eine aufsuchende Beratung in der häuslichen Umgebung oder in einer stationären Einrichtung möglich.

  • Nein. An Betroffene kann vor dem Beratungstermin ein Vorschuss in Höhe von 250,00 € ausgezahlt werden, der die Kosten für die Inanspruchnahme der Beratung wie beispielsweise Fahrt-, Übernachtungs- oder Recherchekosten abdecken soll. Werden im Anschluss an das Beratungsgespräch Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen ausgezahlt, verringern sich diese um den bereits gewährten Kostenvorschuss. Für eine Begleitperson kann ebenfalls ein Kostenvorschuss in Höhe von 250,00 € ausgezahlt werden.

  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (BAG KJPP) und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und psychotherapie e.V. (DGKJP) bieten allen Betroffenen der Stiftung Anerkennung und Hilfe an, frühere Diagnosen aus heutiger Sicht zu bewerten und hierzu eine schriftliche Stellungnahme zu erstellen. Für die Beurteilung der früheren Diagnosen nutzen die Vertrauenspersonen der BAG KJPP und der DGKJP noch vorhandene Patientenakten und führen zudem mit Betroffenen ein Gespräch in vertrauensvoller Atmosphäre. Die Überprüfung der in der Vergangenheit gestellten Diagnosen ist für Betroffene der Stiftung kostenlos. Es handelt sich hierbei nicht um eine Leistung der Stiftung, sondern um ein freiwilliges Angebot der BAG KJPP und der DGKJP. Sollten Sie Interesse an einer Stellungnahme zu einer ehemals gestellten Diagnose haben, können Sie entweder über die regionalen Anlauf- und Beratungsstellen Kontakt mit den Vertrauenspersonen aufnehmen oder sich direkt an einen Ansprechpartner der BAG KJPP beziehungsweise der DGKJP wenden. Hier finden Sie eine Auflistung aller Vertrauenspersonen  [PDF, 124KB] .

  • Da die einmalige pauschale Geldleistung eine personenbezogene Leistung ist, kann sie nur die/der Betroffene selbst erhalten. Nach dem Tod der/des Betroffenen ist eine Auszahlung der einmaligen pauschalen Geldleistung nicht möglich.

    Die einmalige Rentenersatzleistung kann dagegen nach dem Tod der/des Betroffenen ausgezahlt werden, wenn die/der Betroffene den Erfassungsbogen unterschrieben hat und Schlüssigkeit gegeben ist.

    Verstirbt die/der Betroffene nach der Auszahlung der Stiftungsleistungen, gelten für unverbrauchte Stiftungsleistungen die allgemeinen gesetzlichen Regelungen. Diese sehen vor, dass das Vermögen der Verstorbenen im Todesfall als Ganzes auf ihre Erben übergeht. Hat die/der Betroffene Sozialhilfe bezogen, sind die Erben grundsätzlich im Rahmen der gesetzlichen Grenzen zum Ersatz der Kosten der Sozialhilfe verpflichtet.

    Weitere Informationen zu diesen Themen enthalten das Informationsblatt Nr. 1 und das Informationsblatt Nr. 2.